Die Stadt - Geschichte

Neuzeit

Zwischen 1592 und 1631 fanden in Menden Hexenverfolgungen statt, deren Akten sich im Pfarrarchiv der St.-Vincenz-Kirche befinden. Zahlreiche Personen wurden zum Tode verurteilt. Während im Jahr 1592 eine Frau hingerichtet wurde, waren es 1628 schon 18 Menschen und 1630 bis 1631 weitere 22 Menschen aus dem Ort. Neben diesen 17 Männern und 24 Frauen (u. a. aus Menden und Wimbern) werden 36 weitere Fälle (14 Männer und 22 Frauen) von Hinrichtungen Auswärtiger erwähnt.

1631 trotzte Dorte Hilleke in einem Hexenprozess der Folter. Nach ihr wurde die heutige Stadtbibliothek benannt. Im Pfarrarchiv der Kirchengemeinde finden sich die Akten der Mendener Hexenprozesse.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Menden dreimal belagert und 1634 von den Hessen erobert und geplündert. Verheerende Stadtbrände in den Jahren 1637, 1652 und 1663 richteten jeweils großen Schaden an. Die Pest wütete 1662 in der Stadt.

1725 gab der Landesherr, der Erzbischof Clemens August von Köln, einem bei Menden begüterten Rittergutsbesitzer die Erlaubnis, an der Hönne eine Drahtzieherei zu errichten. Hiergegen protestierten die Preußen im benachbarten märkischen Altena, die das Monopol für diese Produktion beanspruchten. Die kurkölnischen Behörden in Arnsberg kamen der Aufforderung, die Drahtschmiede wieder abzureißen, nicht nach. Daraufhin schickten die Preußen Soldaten über die Landesgrenze, die dann die Zerstörung gewaltsam vornahmen.

Im September 1802 besetzten Truppen des Landgrafen von Hessen-Darmstadt das Herzogtum Westfalen und damit auch Menden. Hiermit endete die Herrschaft des Erzbischofs von Köln über Stadt und Land. Gegen die Einquartierung von 142 Soldaten protestierte der Stadtrat. Es wurde eine Polizeiordnung erlassen, die selbst für geringfügige Vergehen hohe Strafen festsetzte. Deshalb erhielt der Inhaber der Polizeigewalt, ein Leutnant Jesse, in der Stadt den Spitznamen „Bettelvogt“. Die erzwungene Auflösung der Zünfte im Jahr 1811 führte zum Ende der sogenannten „Großen Gilde“ in Menden.

1813 kam Napoleons Bruder Jerome, König von Westphalen, auf seiner Flucht durch die Stadt.

Nach dem Ende der Napoleonischen Herrschaft erhielt Preußen 1816 das Land und damit auch Menden. 1817 wurde Menden dem Kreis Iserlohn zugeschlagen. Anfangs wurde diese Entscheidung von der Bevölkerung skeptisch betrachtet und noch 1830 wurde diese Frage auf dem Provinziallandtag in Münster debattiert. 1856 nahm Menden die preußische Städteordnung an.

Unter Führung des Arztes Fritz Bering (* 1817 in Menden) zogen in der zweiten Phase der Revolution von 1848/49 im Mai 1849 etwa 200 Mendener Demokraten nach Iserlohn, um die dortigen Aufständischen gegen die Regierungstruppen zu unterstützen. Nach dem blutigen „Iserlohner Himmelsfahrtstag“ wurde Bering zunächst gefangen genommen, ein Jahr später aber wieder freigelassen.

1872 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1919 wurde das katholische Lyzeum durch Ordensschwestern des Ordens der Hl. Maria Magdalena Postel gegründet.

In der Nacht zum 14. Juni 1941 fielen die ersten Brandbomben auf Menden. 16 Brände mussten zur gleichen Zeit gelöscht werden. Bei den Angriffen waren zwölf Tote und erhebliche Zerstörungen zu beklagen. Ein anderer Bombenangriff am 1. Februar 1945 auf Fröndenberg und Menden kostete 23 Mendener das Leben.

Seit 1946 gehört Menden zum Land Nordrhein-Westfalen.

Am 30. April 1974 wurde der Gebietsänderungsvertrag zwischen der Stadt Menden und den Gemeinden des Amtes Menden geschlossen. Unterzeichnet wurde das Dokument von den einzelnen Bürgermeistern und Amtsdirektoren.

Zum 1. Januar 1975 erfolgte die Kommunale Neugliederung. Die bisher selbstständigen Gemeinden Asbeck aus dem Amt Balve, Halingen, Holzen-Bösperde, Lendringsen, Oesbern, Schwitten und ein Teilgebiet von Sümmern wurden nach Menden eingemeindet. Wimbern wurde aus dem Amt Menden herausgelöst und der Gemeinde Wickede (Ruhr), Kreis Soest, zugeordnet. Vier Tage später wurde die erste Fußgängerzone eingerichtet, die sich über Kirchstraße, Hochstraße und Am Markt erstreckt. An die Geschichte Mendens erinnert seit 17. Oktober 1992 die Mendener Geschichtssäule.


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Info

Wappen
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Regierungsbezirk: Arnsberg
  • Höhe: 115–380 m ü. NN
  • Fläche: 86,08 km²
  • Breitengrad: 51° 26′ N
  • Längengrad: 7° 48′ O
  • Postleitzahlen: 58706, 58708, 58710
  • Kfz-Kennzeichen: MK
  • Vorwahl: 02373
    02378 (Halingen)
    02379 (Asbeck)
  • Einwohner: ca. 57 207
  • Bevölkerungsdichte: 665 Einwohner je km²
  • Gemeindeschlüssel: 05 9 62 040
  • Adresse der Stadtverwaltung: Neumarkt 5
    58706 Menden (Sauerland)
  • Website: www.menden.de